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10. Mai 2023News

INP wird als neuer Core Web Vital angekündigt

Google kündigte an, dass Interaction to Next Paint (INP) den bisherigen First Input Delay (FID) als Core Web Vital ablösen wird. Entwickler hatten bis März 2024 Zeit, ihre Websites anzupassen.

Im Mai 2023 bestätigte Google offiziell: Interaction to Next Paint (INP) wird den First Input Delay (FID) als Core Web Vital ersetzen – mit einer Übergangsfrist bis März 2024. Für Webentwickler und SEO-Verantwortliche begann damit ein Countdown.

Warum war der Wechsel notwendig?

First Input Delay war von Anfang an ein Kompromiss. Als Google 2020 die Core Web Vitals einführte, war FID die pragmatischste Metrik zur Messung der Interaktivität: einfach zu messen, leicht verständlich, sofort umsetzbar. Aber FID hatte blinde Flecken:

• Es maß nur die allererste Interaktion – der erste Klick, Tap oder Tastendruck. Alles danach wurde ignoriert. • Es maß nur die Eingabeverzögerung (Input Delay), nicht die Verarbeitungszeit oder die Rendering-Dauer. • Viele Websites hatten perfekte FID-Werte, obwohl ihre Formulare Sekunden brauchten, um auf Eingaben zu reagieren.

INP löst all diese Probleme:

• Es misst JEDE Interaktion während des gesamten Seitenbesuchs. • Es berücksichtigt den kompletten Zyklus: Input Delay + Processing Time + Presentation Delay. • Es wählt als Score die langsamste Interaktion (bereinigt um Ausreißer), was die tatsächliche User Experience realistisch widerspiegelt.

Der Zustand des Webs im Mai 2023

Als Google die Ankündigung machte, waren die Zahlen ernüchternd: Laut Chrome UX Report (CrUX) hatten nur etwa 65% aller Websites gute INP-Werte – verglichen mit über 95% bei FID. Das zeigte deutlich, wie viel aussagekräftiger die neue Metrik ist.

Besonders schlecht schnitten ab: • WordPress-Seiten mit vielen Plugins • E-Commerce-Plattformen mit komplexen Produktkonfiguratoren • Single Page Applications (SPAs) mit schwerem JavaScript • Websites mit invasiven Werbeanzeigen

Der Optimierungsfahrplan, den Google empfahl

  1. Messen: Chrome DevTools → Performance Tab → Interactions Track aktivieren. Jede Nutzerinteraktion wird mit ihrer Dauer angezeigt.

  2. Identifizieren: Die langsamsten Interaktionen finden – typischerweise: • Öffnen von Dropdown-Menüs auf Mobile • Formular-Validierungen bei der Eingabe • Accordion/Tab-Wechsel mit Content-Nachladen • Filteraktionen auf Produktlistenseiten

  3. Optimieren: • JavaScript-Bundles aufteilen (Code Splitting via dynamic imports) • Long Tasks in kleinere Chunks aufbrechen (yield to Main Thread via scheduler.yield() oder setTimeout) • CSS-Animationen statt JavaScript-Animationen verwenden • requestAnimationFrame für DOM-Updates nutzen • Event-Handler debouncing/throttling implementieren

  4. Third-Party-Scripts unter Kontrolle bringen: • Nicht-kritische Scripts mit loading='lazy' oder requestIdleCallback laden • Performance-Budget definieren: Maximal X ms Third-Party-JavaScript • Partytown evaluieren (führt Third-Party-Scripts in Web Workern aus)

  5. Monitoring einrichten: • Real User Monitoring (RUM) mit der web-vitals JavaScript-Library • Google Search Console Core Web Vitals Report regelmäßig prüfen • Performance-Budgets in CI/CD-Pipeline integrieren

Die Lehre für Website-Betreiber: Performance ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Jedes neue Feature, jedes Plugin, jedes Tracking-Script beeinflusst den INP-Wert. Ohne aktives Monitoring verschlechtert sich die Performance unweigerlich über Zeit.

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