Die EU-Kommission hat im November 2025 einen wegweisenden Vorschlag vorgelegt: Im Rahmen des 'Digital Omnibus'-Pakets sollen die nervigen Cookie-Banner abgeschafft werden. Für Website-Betreiber und Nutzer gleichermaßen wäre das eine enorme Erleichterung.
Der Hintergrund: Warum Cookie-Banner gescheitert sind
Die aktuelle Cookie-Regelung basiert auf der ePrivacy-Richtlinie von 2002, die 2009 überarbeitet wurde. In der Praxis hat sie zu einer absurden Situation geführt: Nutzer klicken auf 'Alle akzeptieren', ohne die Einstellungen zu lesen – oder sie verlassen die Seite genervt. Studien zeigen, dass über 90% der Nutzer Cookie-Banner einfach wegklicken. Der Datenschutz wird dadurch nicht verbessert, aber die Nutzererfahrung massiv verschlechtert.
Was genau plant die EU?
• Browser-basierte Einwilligung: Anstatt auf jeder Website einzeln zu entscheiden, sollen Nutzer ihre Cookie-Präferenzen einmalig im Browser festlegen. Websites müssen diese Einstellung dann respektieren. • Abschaffung der Website-Banner: Wenn der Browser die Einwilligung steuert, werden individuelle Cookie-Banner überflüssig. • Dark Patterns bleiben verboten: Manipulative Designs, die Nutzer zur Zustimmung drängen (z.B. der große grüne 'Akzeptieren'-Button neben dem winzigen grauen 'Ablehnen'-Link), sind weiterhin untersagt. • Angleichung an die DSGVO: Die ePrivacy-Regeln sollen mit der DSGVO harmonisiert werden, um Widersprüche zu beseitigen.
Der Zeitplan
Der Gesetzgebungsprozess ist komplex und wird voraussichtlich 2-3 Jahre dauern. Die EU-Kommission hat den Vorschlag im November 2025 vorgelegt, nun müssen EU-Parlament und Rat der EU verhandeln und zustimmen. Realistische Einschätzung: Eine Umsetzung ist frühestens 2027-2028 zu erwarten.
Was bedeutet das für dich als Website-Betreiber?
Kurzfristig ändert sich nichts – du brauchst weiterhin ein rechtskonformes Cookie-Banner. Aber mittelfristig solltest du dich vorbereiten:
- Tracking kritisch überprüfen: Welche Cookies und Tracking-Tools setzt du wirklich ein? Oft werden Tools geladen, die gar keinen Mehrwert liefern.
- Server-seitiges Tracking evaluieren: Google Server-Side Tagging und ähnliche Lösungen sind weniger von Cookie-Bannern abhängig.
- First-Party-Daten stärken: Investiere in Newsletter-Anmeldungen, Kundenkonten und CRM-Systeme – diese Daten gehören dir und sind von Cookie-Regelungen unberührt.
- Privacy by Design umsetzen: Gestalte deine Website so, dass sie auch ohne Tracking funktioniert und Nutzer nicht zur Datenfreigabe gezwungen werden.
Unser Fazit: Die Abschaffung der Cookie-Banner ist überfällig und ein Schritt in die richtige Richtung. Nutze die Übergangszeit, um dein Tracking zu modernisieren und dich auf eine cookieless Zukunft vorzubereiten.