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1. August 2024News

EU AI Act tritt in Kraft

Die weltweit erste umfassende KI-Verordnung (EU 2024/1689) ist seit August 2024 in Kraft. Sie betrifft auch Websites, die KI-Chatbots oder automatisierte Entscheidungssysteme einsetzen. Transparenzpflichten und Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten werden zur Pflicht.

Der EU AI Act (Verordnung 2024/1689) ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz und gilt seit August 2024. Was zunächst nach einer Regulierung für Tech-Giganten klingt, betrifft in der Praxis auch mittelständische Unternehmen und ihre Websites.

Die vier Risikoklassen des AI Acts

Der AI Act teilt KI-Anwendungen in vier Risikoklassen ein:

  1. Inakzeptables Risiko (verboten): Social Scoring, Manipulation von Verhalten, biometrische Echtzeit-Überwachung in öffentlichen Räumen.

  2. Hohes Risiko (streng reguliert): Kreditwürdigkeitsprüfungen, automatische Bewerbungsfilter, medizinische Diagnose-KI. Diese Systeme brauchen eine Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und menschliche Aufsicht.

  3. Begrenztes Risiko (Transparenzpflichten): KI-Chatbots, KI-generierte Texte, Bilder und Videos, Deepfakes. Hier gilt: Nutzer müssen wissen, dass sie mit einer KI interagieren oder KI-generierte Inhalte sehen.

  4. Minimales Risiko (keine Auflagen): Spamfilter, KI-gestützte Autokorrektur, Empfehlungsalgorithmen für Inhalte.

Was bedeutet das konkret für deine Website?

• KI-Chatbots (ChatGPT, Intercom, Drift etc.): Du musst klar kennzeichnen, dass der Nutzer mit einer KI kommuniziert – nicht mit einem menschlichen Mitarbeiter. Ein einfacher Hinweis wie 'Du chattest mit unserem KI-Assistenten' reicht aus.

• KI-generierte Inhalte: Wenn du KI-generierte Texte, Bilder oder Videos auf deiner Website verwendest, müssen diese als KI-generiert erkennbar sein. Bei Texten reicht ein redaktioneller Hinweis, bei Bildern und Videos ist eine Kennzeichnung im Inhalt oder als Wasserzeichen erforderlich.

• Personalisierung und Empfehlungen: Wenn deine Website KI-gestützte Produktempfehlungen oder personalisierte Inhalte anzeigt, solltest du dies transparent kommunizieren.

• Automatisierte Entscheidungen: Wenn KI auf deiner Website Entscheidungen trifft, die Nutzer betreffen (z.B. automatische Preisanpassungen, Kreditprüfungen), gelten erhöhte Anforderungen an Transparenz und menschliche Überprüfbarkeit.

Der Zeitplan für die Umsetzung

• August 2024: Verordnung tritt in Kraft • Februar 2025: Verbote für inakzeptable KI-Systeme greifen • August 2025: Verhaltenskodizes und Standards werden erwartet • August 2026: Vollständige Anwendung aller Regeln, einschließlich der Hochrisiko-Bestimmungen

Deine Checkliste für die AI Act-Compliance

  1. KI-Inventar erstellen: Liste alle KI-Tools auf, die du auf deiner Website oder in deinem Unternehmen einsetzt.
  2. Risikoklasse bestimmen: Ordne jedes Tool einer der vier Risikoklassen zu.
  3. Kennzeichnungspflichten umsetzen: Chatbots kennzeichnen, KI-generierte Inhalte markieren.
  4. Datenschutz überprüfen: Der AI Act ergänzt die DSGVO – stelle sicher, dass beide Regelungen eingehalten werden.
  5. Dokumentation anlegen: Halte fest, welche KI-Systeme du einsetzt, wozu und wie du Transparenz gewährleistest.

Unser Rat: Nehm den AI Act ernst, aber geratet nicht in Panik. Für die meisten KMU-Websites beschränken sich die Pflichten auf Transparenz und Kennzeichnung – das ist mit überschaubarem Aufwand umsetzbar.

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